06.03.2025

Den automobilen Konsens aufbrechen

Das Heizkraftwerk Wolfsburg mit seinen vier langen Schornsteinen an einem grauen Wintertag, davor der Mittellandkanal. Der Klinkerbau mit leuchtendem VW-Logo ist in weiße Dampfschwaden gehüllt.

Foto: Wikipedia (lizenziert unter CC BY-SA 4.0)

Gemeinsam mit dem RepaRad e. V. zeigen wir am Montag, den 10.03.25, um 18:30 Uhr den Dokumentarfilm „Verkehrswendestadt Wolfsburg“ von John Mio Mehnert. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion mit Tobi Rosswog und Dresdner Verkehrwende-Akteur*innen. Der Eintritt ist frei!

„In zwei Jahren wird die erste Straßenbahn vom Band laufen.“ Das war die Ansage für die zweijährige Kampagne „VW steht ​nicht mehr für Volkswagen, sondern für VerkehrsWende“. Im August 2022 ging eine Handvoll kreativer Aktivist*innen für ​zwei Jahre in die „Höhle des Löwen“, nach Wolfsburg, ins Herz ​der Automobilindustrie. Ihr Ziel: den automobilen Konsens ​aufbrechen – durch kreative Kampagnen und bunte Aktionen ​gemeinsam mit kämpferischen Arbeiter*innen ein ​Möglichkeitsfenster öffnen.

„Es braucht nicht viele, um etwas zu bewegen.“

 

Dass die Aktionen der kreativen Aktivist*innen und kämpferischen ​Arbeiter*innen Wirkung zeigen, wird in weit über 100 lokalen, ​bundesweiten und internationalen Presseberichten deutlich, sowie ​auch der Repression seitens des Staats und Kapitals. Je eine ​Hausdurchsuchung zu Beginn und zum Ende der Kampagne, ​unzählige Prozesse und ein Kooperationsverbot aller städtischen ​Einrichtungen durch den CDU-Oberbürgermeister geben einen ​ersten Eindruck ‒ hier wurde ein Nerv getroffen.

Der Film mit einigen Aktionsszenen und vielen Interviewpassagen zeigt die Wirksamkeit direkter Aktionen auf das gesellschaftliche Bewusstsein. „Es braucht nicht viele, um etwas zu bewegen“, so die Überzeugung der Aktivist*innen und Arbeiter*innen. Es geht darum die soziale und ökologische Frage zusammen zu denken und danach zu handeln.

Auch in Dresden stellt sich mittlerweile die Frage: Wie weiter mit VW und der Gläsernen Manufaktur? Volkswagen hat Ende 2024 einen massiven Stellenabbau bis 2030 beschlossen und stellt schon Ende des Jahres die Produktion in der Gläsernen Manufaktur in Dresden ein. Eine Perspektive für die über 300 Dresdner Kolleginnen und Kollegen ist aktuell nicht in Aussicht. Der Film zeigt unkonventionelle Ansätze am Beispiel Wolfsburg auf und motiviert zur Solidarisierung von Belegschaft und Zivilgesellschaft.