06.11.2026

Verbindungen – Was uns hält. Was uns trennt.

KinoFabrik e.V.

Wo und was ist Zuhause? Was verbindet uns mit unserer Familie? Was ist Gerechtigkeit? Wie fühlt sich Heimat an? Wie verarbeiten wir Schicksalsschläge und einschneidende historische Ereignisse? Wie überwinden wir Vorurteile? Wie befreien wir uns von schmerzhaften Bindungen und wie finden wir zur eigenen Identität?

All diese Fragen lassen sich an die Filme der diesjährigen Osteuropäischen Filmtage stellen, welche vom 13.11.–22.11.2026 in der Schauburg und im Zentralkino unter dem Motto »Verbindungen – Was uns hält. Was uns trennt.« stattfinden. Das Kino erzählt nicht nur von all diesen Verbindungen, es schafft auch Verbindungen, indem Filme dem Publikum neue kulturelle, soziale oder historische Perspektiven nahebringen. Filme können aber auch Vernetzungen zwischen Kultfilmen, Klassikern oder Filmschaffenden entstehen lassen. Szenen und Elemente, die über die Filmwelt hinausweisen und uns etwa mit Literatur und Musik verbinden.

Diese Filme erwarten uns in diesem Jahr:

 

Minotaurus (Минотавр)
Frankreich/Lettland/Deutschland 2026, 141 min, Regie: Andrej Swjagintsew
russisch mit deutschen Untertiteln

  • 25.10. 17:00 Zentralkino (Preview; regulär ab 5. November im Kino)

Der russische Geschäftsmann Gleb versucht seine Firma und seine Ehe zu retten. Er greift zu radikalen Mitteln, die seine bisherige Kontrolle über das eigene Leben an Belastungsgrenzen führt.

 

Fantasy (Fantasy)
Slowenien/Nordmazedonien 2025, 98 Minuten, Regie: Kukla
slowenisch, albanisch, serbisch, bosnisch, makedonisch mit deutschen Untertiteln

  • 13.11. 19:00 Uhr Zentralkino
  • 18.11. 18:00 Uhr Schauburg

Zwischen grauen Betonbauten träumen drei junge Frauen von einem selbstbestimmten Leben. Als sie Fantasy begegnen entfaltet sich ein urbanes Balkanmärchen, das Diversität als Stärke feiert. Der Eröffnungsfilm der Osteuropäischen Filmtage 2026!

 

Der Kleindieb (Poberta)
Tschechien/Slowakei 2026, 118 Minuten, Regie: Ondřej Hudeček
tschechisch mit deutschen Untertiteln

  • 14.11. 19:00 Uhr Schauburg

Gerade aus dem Gefängnis entlassen, wittert Lupyn in der Pandemie eine große Chance: Warum nicht die Versicherungen schröpfen? Doch bald läuft alles aus dem Ruder.

 

Chica Checa (Chica Checa)
Tschechien/Frankreich/Slowakei 2026, 97 min, Regie: Šimon Holý
tschechisch, französisch mit deutschen Untertiteln

  • 18.11. 20:00 Uhr Zentralkino
  • 21.11. 17:00 Uhr Zentralkino

Zwischen Dorfleben und familiären Geheimnissen gerät Zdenas Alltag ins Wanken. Die Rückkehr ihres Sohnes führt zu neuen Wahrheiten und weckt in ihr die Sehnsucht nach Veränderung. Deutschlandpremiere am 18.11.2026 während der Filmtage!

 

The Altar Boys (Ministranci)
Polen 2025, 110 Minuten, Regie: Piotr Domalewski
polnisch mit deutschen Untertiteln

  • 15.11. 16:00 Schauburg
  • 19.11. 18:00 Zentralkino

Vier Messdiener spüren, wie sehr die Ideale, die sie als Ministranten lernen, mit der Realität kollidieren und sorgen mit Mut und Konsequenz auf eigene Faust für Gerechtigkeit.

 

Home Sweet Home (Dom dobry)
Polen 2025, 108 min, Regie: Wojciech Smarzowski
polnisch mit deutschen Untertiteln

  • 19.11.2026 20:15 Uhr Zentralkino (Polnischer Film-Abend, mit einer Filmeinführung durch Rainer Mende)
  • 17.11. 21:00 Schauburg

Gośka glaubt, endlich den richtigen Mann gefunden zu haben. Doch hinter der Fassade ihres neuen Glücks lauert eine Realität, die immer bedrohlicher wird. In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig!

 

Das geträumte Abenteuer (The Dreamed Adventure)
Deutschland/Bulgarien/Frankreich 2026, 164 min, Regie: Valeska Grisebach
bulgarisch mit deutschen Untertiteln

  • 18.11. 13:00 Schauburg
  • 21.11.2026 14:00 Uhr Zentralkino (Bulgarischer Tag)

Der Film beschreibt die Goldgräberstimmung und Gesetzlosigkeit der 90er Jahre in Bulgarien. Eine Frau nimmt den Kampf gegen die Mafia auf und muss sich ihren eigenen Erinnerungen stellen. Oscar-Einreichung von Bulgarien und  Preis der Jury in Cannes 2026!

 

Nina Roza (Nina Roza)
Bulgarien/Kanada/u.a. 2026, 104 min, Regie: Geneviève Dulude-De Celles
bulgarisch, französisch mit deutschen Untertiteln

  • 14.11. 21:30 Schauburg
  • 21.11.2026 19:00 Uhr Zentralkino (Bulgarischer Tag)

Eine Achtjährige aus Bulgarien gilt mit ihrer Malerei als Wunderkind. Ein Kunstexperte soll die Werke einschätzen und muss sich dabei auch den Geistern seiner eigenen Vergangenheit stellen. Oscar-Einreichung von Kanada und Silberner Bär: Bestes Drehbuch, Berlinale 2026!

 

Von Scham und Geld (Shame and Money)
Kosovo/Slowenien/Albanien/Nordmazedonien 2026, 129 min, Regie: Visar Morina
albanisch mit deutschen Untertiteln

  • 16.11. 19:30 Schauburg
  • 18.11. 15:30 Zentralkino

Ein präzise komponiertes Drama über Würde, Überleben und die zerstörerischen Kräfte des Kapitalismus. Zwischen menschlichen Abgründen und der Suche nach einem Platz in der Welt. Grand Jury Prize beim Sundance Film Festival und Hauptpreis beim Filmfest München!

 

3 Weeks after (3 nedelje posle)
Serbien/Bulgarien/Kroatien 2026, 95 min, Regie: Miroslav Terzić
serbisch mit deutschen Untertiteln

  • 15.11. 19:45 Schauburg (Deutschlandpremiere!)
  • 18.11. 18:00 Zentralkino

Ein Schüler hat Selbstmord begangen. Als wäre nichts gewesen, startet 3 Wochen danach eine Klassenfahrt. Wie gehen die Jugendlichen mit dem Vorfall um? Sind sie bereit zur Reflektion?

 

Father (Otec)
Slowakei/Tschechien/Polen 2025, 103 Minuten, Regie: Tereza Nvotová
slowakisch mit deutschen Untertiteln

  • 17.11. 17:00 Schauburg
  • 22.11. 13:30 Zentralkino

Ein tragischer Fehler erschüttert das Leben eines liebenden Vaters und lässt ihn in Schuldgefühlen versinken. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Kann er einen Weg zur Vergebung finden?

 

Feels Like Home (Itt érzem magam otthon)
Ungarn 2025, 125 Minuten, Regie: Gábor Holtai
ungarisch mit deutschen Untertiteln

  • 18.11. 20:00 Schauburg
  • 21.11. 21:00 Zentralkino

Eine Frau wird von einer Familie entführt, die überzeugt ist, dass sie ihre vermisste Tochter ist. Die Familie dient als Analogie für ein autoritäres System mit Verlust von Freiheit und Demokratie.

 

Transit Times (Înstrăinare)
Moldawien/Rumänien/Deutschland 2026, 133 min, Regie: Ana-Felici Scutelnicu
rumänisch mit deutschen Untertiteln

  • 14.11. 16:30 Schauburg
  • 18.11. 13:00 Zentralkino

Chişinău, 1997: Eine Familie kämpft inmitten des politischen Umbruchs ums Überleben. Als Mutter Zina ihr Zuhause vermieten will, gerät das fragile Familienleben endgültig ins Wanken.

 

3 Days in September (3 ZILE ÎN SEPTEMBRIE)
Rumänien 2026, 76 min, Regie: Tudor Giurgiu
rumänisch mit deutschen Untertiteln

  • 15.11. 18:15 Schauburg
  • 20.11. 17:00 Zentralkino

Die turbulente und tragikomische Odyssee einer Braut an ihrem Hochzeitstag, nachdem ein Geheimnis kurz vor der Zeremonie für großen Wirbel sorgt. Gedreht in einem einzigen Take.

 

U are the Universe (Ти – космос)
Ukraine/Belgien, 2024, 101 min, Regie: Pavlo Ostrikov
ukrainisch und französisch mit deutschen und ukrainischen Untertiteln

  • 13.11. 21:00 Zentralkino
  • 18.11. 16:00 Schauburg

Ein Weltraumfahrer überwindet seine Einsamkeit und startet zu einer letzten Reise. Mit Referenzen an SciFi-Klassiker, sehnsuchtsvoll und mit viel Charme gelingt eine bewegende Odyssee im All. Der Publikumsliebling vom Filmfest Cottbus!

 

A Goodnight Kiss (Irena)
Litauen/Estland/Bulgarien 2025, 90 min, Regie: Giedrė Žickytė
litauisch, englisch, russisch, estnisch, deutsch mit deutschen Untertiteln

  • 16.11. 17:45 Schauburg
  • 20.11. 19:00 Haus an der Kreuzkirche, mit Musikzugabe, zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen und zum 50. Jubiläum „Für Alina“ (Arvo Pärt)

„Ich hatte zwei Mütter“, erklärt Irena Veisaitė, die den Holocaust überlebt hat. Die leibliche wurde von den Deutschen ermordet, die Adoptivmutter kam in einem sowjetischen Gulag ums Leben. In diesem ergreifenden Dokumentarfilm erzählt die litauische Jüdin ihre Lebensgeschichte.

 

Hotel „Zum verunglückten Alpinisten“ („Hukkunud Alpinisti“ hotell)
UdSSR/Estnische SSR 1979, 84 min, Regie: Grigori J. Kromanow
estnisch mit deutschen Untertiteln

  • 22.11. 19:45 Zentralkino

Als hätte Agatha Christie einen Film auf dem „Zauberberg“ drehen wollen. Aber was anfangs danach aussieht, entzieht sich bald jeder Einordnung. Willkommen im Universum der Strugatzkis.

 

Das Turiner Pferd (A Torinói Ló)
Ungarn/Frankreich/Deutschland/Schweiz 2011, 150 min, Regie: Béla Tarr
ungarisch mit deutschen Untertiteln

  • 15.11. 11:00 Schauburg

Eine Umkehrung der Schöpfungsgeschichte, die damit beginnt, dass die Holzwürmer verstummen und ein Pferd nicht mehr fressen will – radikale Filmkunst, raue Poesie! Tribute to Béla Tarr! In Gedenken an einen Ausnahmeregisseur (†06.01.2026).

 

Die Rückkehr
Russland 2003, 110 min, Regie: Andrej Swjagintsew
russisch mit deutschen Untertiteln

  • 22.11. 11:00 Zentralkino

Zwei Jungen begeben sich mit ihrem Vater, den sie zuvor zwölf Jahre nicht gesehen haben, auf eine Reise. Dabei vollzieht sich der Übergang von der Kindheit ins Erwachsensein. Tribute to Frank! In Erinnerung an den Dresdner Kinobetreiber Frank Apel.

 

Sibirische Lektion (Syberyjska lekcja)
Polen 1998, 58 min, Regie: Wojciech Staroń
polnisch, russisch mit deutschen Untertiteln

  • 22.11. 17:30 Zentralkino (Małgorzata und Wojciech Staroń im Gespräch mit Marina Scharlaj)

Preisgekröntes Porträt eines Paares, das kurz nach dem Uni-Abschluss ein Jahr am Baikalsee lebt, den mühsamen sibirischen Lebensbedingungen trotzt und an den Herausforderungen wächst. In Kooperation mit dem Institut für Slavistik der TU Dresden!

 

Das Haus in der Trubnaja-Straße (Дом на Трубной)
UdSSR 1928, 84 min, Regie: Boris Barnet
russische Zwischentitel mit deutschen Untertiteln

  • 17.11. 19:00 Schauburg (Stummfilm mit Live-Musikbegleitung durch Andreas Krug)

Stummfilmkomödie über eine Hausangestellte vom Lande, die entdeckt, wie es sein kann, in der Großstadt zu leben und mit Nachbarschaft und Vorurteilen klarzukommen.

 

Mavka – Hüterin des Waldes (Мавка. Лісова пісня)
Ukraine 2023, 95 min, Regie: Oleksandra Ruban, Oleg Malamuzh
deutsche Fassung, freigegeben ab 6 Jahren, empfohlen ab 8 Jahren

  • 14.11. 14:30 Schauburg
  • 22.11. 15:30 Zentralkino

Ein zauberhafter Animationsfilm für die ganze Familie mit wundersamen Fabelwesen und farbenprächtigen Naturlandschaften erzählt uns über die Macht der Liebe, als Quelle allen Lebens.

 

Aus Versehen Bestseller – Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand (Véletlenül írtam egy könyvet)
Ungarn/Niederlande 2024, 95 min, Regie: Nóra Lakos
deutsche Fassung, freigegeben ab 6 Jahren, empfohlen ab 11 Jahren

  • 15.11. 14:00 Schauburg
  • 18.11. 11:00 Zentralkino

Ein unterhaltsamer Familienfilm, der die Kraft des Schreibens feiert und junge Menschen ermutigt, sich auf dem Weg zu Glück und Selbstfindung ihren Ängsten und Herausforderungen zu stellen. Der Film begeisterte bei den Filmfestivals „Schlingel“ und „Lucas“!

 

(Texte: KinoFabrik e.V.)