05.12.2023

Ohne Federn können wir nicht leben

Ein Schwarm Tauben fliegt vor den Gebäuden des Beiruter Hafens entlang. Die Vögel spiegeln sich dabei in einer Wasserfläche, die von kraterartigen Sandbergen umgeben ist.

Foto: Camino Filmverleih

Lea Najjars Dokumentarfilm „Kash Kash“ blickt mit poetischen Luft- und Vogelaufnahmen auf die Widersprüche und Konflikte der libanesischen Gesellschaft.

Über den Dächern der von Korruption, Protesten und einer der größten Explosionen des 21. Jahrhunderts gezeichneten Stadt Beirut fliegen jeden Abend Taubenschwärme aus ihrem Käfig. Ihr Flug folgt der Choreografie einer jahrhundertealten Tradition: dem Glückspiel “Kash Hamam”.

 

„Ein fulminanter Film, der mit seinen cineastischen Bildern und dem Takt des Flügelschlags eine Melodie der Hoffnung komponiert.“

Barbara Off

Jeder Spieler besitzt einen Schwarm und lässt seine Tauben über seinem Haus kreisen, in der Hoffnung, die Tauben der Nachbarn auf sein eigenes Dach zu locken. Wenn eine gegnerische Taube auf einem anderen Dach landet, wird sie eingefangen, und somit der eigene Spielschwarm vergrößert. Das ist ein “Kash”.

In einer dystopischen Zeit des jüngsten politischen Untergangs vom Libanon begeben wir uns auf eine Reise über die Dächer von Beirut. Wenn alles zugrunde geht, warum halten wir am Fliegen fest? Der Film beobachtet den Konflikt einer Stadt im Umschwung aus der Perspektive von drei Taubenspielern und einem jungen Mädchen, das darum kämpft, eines Tages ihre eigenen Vögel fliegen zu lassen.

Lea Najjar wurde in Wien geboren und wuchs in Beirut auf. Sie besuchte die City International School in Beirut und graduierte 2014 von der American University of Beirut. Während ihrer Ausbildung im Libanon arbeitete sie als Pressefotografin für die Zeitung “Al Akhbar”. 2021 erhielt sie ihr Diplom in Dokumentarfilmregie von der Filmakademie Baden-Württemberg. „Kash Kash“ ist ihr Abschlussfilm.