26.06.2025

Tschechischer Filmmittwoch

Ein junger Mann mit orange gefärbtem, zersaustem Haar und Joint im Mund steht vor einem Van und schaut interessiert zur Seite.

Foto: Samotáři (2000)

Jeden ersten Mittwoch im Monat zeigt die KG Euroregion Elbe/Labe im Rahmen der Reihe Tschechischer Filmmittwoch – Česká filmová středa einen tschechischen Film im Original mit deutschen Untertiteln.

Damit will der Verein das vielfältige Filmschaffen der Tschechoslowakei (bzw. der ČSSR und der ČSFR) und Tschechiens dem deutschen Publikum präsentieren und gleichzeitig das Kinoprogramm in Dresden um einen interessanten Aspekt erweitern. Die Filmauswahl besteht vor allem aus Streifen, die in ihrem Heimatland zu großen Erfolgen wurden, die aber (meistens) trotzdem einen hohen künstlerischen Anspruch erfüllen. Die Auswahl geht bis zurück in die 1930er Jahre, und es soll eine gute Abwechslung zwischen Filmen aus unterschiedlichen Jahrzehnten geben.

 

02.07.25: »Kladivo na čarodějnice« (Hexenjagd)

Tschechoslowakei 1969, 106 Minuten, Regie: Otakar Vávra. Ein abgehalfterter Inquisitor wird in die Stadt Šumperk gerufen, um das geringe Vergehen einer abergläubischen Bettlerin zu untersuchen. Er konstruiert einen Prozess, dessen Methoden – schlicht unbegrenzte Folter – das Geständnis aller Angeklagten garantieren […]. Mit den Hexenprozessen in seinem Monumentalwerk aus der Zeit der Prager Frühlings spielte der berühmte Regisseur Otakar Vávra auf die kommunistischen Schauprozesse nach 1948 an (die ihr Vorbild in jenen Stalins hatten).

 

06.08.25: »Samotáři« (Einzelgänger)

Tschechien 2000, 103 Minuten, Regie: David Ondříček. In den späten 1990er Jahren versuchen sieben junge Menschen zwischen 23 und 33 Jahren in einer Großstadt das zu praktizieren, was man früher Liebesbeziehung nannte. Und so stoßen sie amourös aufeinander und lassen sich zu länger- oder kurzfristigen Beziehungen hinreißen, die sie letztendlich doch wieder in die Einsamkeit führen. »Samotáři« ist ein Panoptikum skurriler Figuren in Alltagsepisoden.

 

03.09.25: »Zítra vstanu a opařím se čajem« (Morgen wache ich auf und verbrühe mich mit Tee)

Tschechoslowakei 1977, 93 Minunten, Regie: Jindřich Polák. Die satirische Komödie wurde durch die Science-Fiction-Kurzgeschichte von Josef Nesvadba inspiriert. Zentrales Motiv der Geschichte ist der Versuch mehrerer ehemaliger Nazis, die dank Anti-Aging-Pillen bis zu einer Zukunft überleben, in der Zeitreisen möglich sind, eine Wasserstoffbombe an Hitler zu überbringen und damit die Geschichte zu verändern.

 

01.10.25: »Vyšší princip« (Das höhere Prinzip)

Tschechoslowakei 1960, 102 Minuten, Regie: Jiří Krejčík. Dieser berühmte Film über Verrat, Kollaboration und vor allem die moralische Verantwortung des Einzelnen spielt in einer Kleinstadt zur Zeit des Beginns der Heydrichiade. Wir verfolgen das Schicksal dreier unschuldiger Abiturienten, die einer Rache zum Opfer fallen, die in dieser Zeit nur tragisch enden kann.

 

05.11.25: »Černí baroni« (Die schwarzen Barone)

Tschechien 1992, 110 Minuten, Regie: Zdenek Sirový. Als Schwarze Barone wurden die Angehörigen der sogenannten Technischen Hilfsbataillone (PTP) bezeichnet, die in den 1950er Jahren eine besondere Komponente der tschechischen „Volksarmee“ bildeten. Schwarz war die Farbe ihrer Schulterklappen, und Barone hießen sie, weil sie damals die einzigen Vollzeitsoldaten waren, die Geld hatten, da sie einen Teil ihres Soldes in bar erhielten. »Černí baroni« ist ein Kultfilm über diese politisch unzuverlässigen Soldaten.

 

03.12.25: »Ecce homo Homolka« (Siehe, der Mensch Homolka)

Tschechoslowakei169, 80 Minuten, Regie: Jaroslav Papoušek. Die Geschichte des Films ist, ähnlich den Werken des kreativen Kollektivs Forman – Papoušek – Passer, direkt aus dem Leben gegriffen. Wenn wir uns genau umschauen, begegnen wir oft einer „Familie Homolka“, in der die Männer die Hauptrolle zu spielen scheinen, aber in Wirklichkeit läuft alles so, wie das schöne Geschlecht es will. Der Film ist eine hervorragende Satire auf das Leben der „kleinen tschechischen“, wenn auch großen Familie des Prager Taxifahrers Homolka an einem Sommersonntag im Jahr 1969. (Ateliéry Bonton Zlín)

 

Vergangene Veranstaltungen:

01.01.25
Saturnin – Saturnin (Tschechien 1994, 96 min, R: Jiří Věrčák, OmU)

05.02.25
Žert – Der Scherz (Tschechoslowakei 1968, 82 min, R: Jaromil Jireš, OmU)

05.03.25
Jára Cimrman ležící, spící – Jára Cimrman liegend, schlafend (Tschechoslowakei 1983, 82 min, R: Ladislav Smoljak, OmU)

02.04.25
Karamazovi – Die Brüder Karamasow (Tschechien/Polen 2008, 110 min, R: Petr Zelenka, OmU)

07.05.25
Svatba jako řemen – Hochzeit auf Messers Schneide (Tschechoslowakei 1967, 94 min, Regie: Jiří Krejčík, OmU)

04.06.25
U pokladny stál… – Stand einer an der Kasse… (Tschechoslowakei 1939, 99 min, R: Karel Lamač, OmU)